das bin ich heute 21 Jahre schbeder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Meter  waren zu wenig 

 

 

Ich bin 1988 10 Meter von einem Haus gefallen.

 

Das war das Haus, in dem das Heim war, wo ich wohnte. Ich hatte zu dieser Zeit oft mal so 10–14 Anfälle in einer

 

Nacht, was oft sehr hart war. Vor allem bei dem Gedanke, das ich in 6 Jahren spätestens tot sein sollte. Manchmal is

 

die Angst so hart, das du sagst lieber jetzt als noch einen Tag länger darauf zu warten, bis es vorbei ist. Denn am

 

Schluss verliere ich sowieso.

 

 

Denn was hatte ich zu verlieren? – Ich war sowieso nur da, um zu kämpfen. So nach dem Satz „Geboren, um zu

 

 

kämpfen“ und irgendwann hast du keinen Bock mehr immer der Arsch zu sein in diesem Leben.

 

Jedenfalls war es eine Nacht gewesen mit ca. 14 Anfällen und an diesem Tag kam noch ein Heimbewohner und fragte

 

 mich, ob ich ihm seine CB-Funkantenne aufs Dach bau, denn ich war seit ich neun bin CB-Funker.

 

 

Ich sagte, ja klar mach ich, warum nicht. Es war sowieso scheißegal, ich geh sowieso drauf und wenn jetz, dann hab ich

 

 

es wenigstens hinter mir. Ich ging zu ihm rauf in sein Zimmer und sagte, okay, welche Antenne. Er gab sie mir und er

 

machte sein Fenster auf. Es war ein Mansardenfenster.

 

 

Ich war draußen, baute seine Antenne an sein Dach und da kam das Anfallsgefühl und plötzlich bekam ich richtig

 

 

Schiss. Ich drehte mich um, und wollte wieder schnell ins Fenster rein, aber da war es vorbei. Ich bekam meinen Anfall,

 

drehte mich im Anfall, lief los, wie immer beim Anfall und flog nach rechts das Dach runter…..10 Meter. 30 cm neben

 

eine Betonmauerwand, was der Zaun war. Meine linke Hand is draufgeknallt und zersplittert. Hinter mir war ein Gehweg

 

und vor mir ein Backsteinhaufen und ich mitten rein.

 

Wie ich aufwachte, waren lauter Leute um mir rum und jeder dokterte an mir rum. Ich war so müde und wollte nur

 

schlafen. Mein ganzer Körper hat gezogen und die packten mich in eine so genannte Vakuummatratze. Sie hoben mich

 

 in den Sani rein. Ich hörte die ganze Zeit so ein Piepton und lauter Schläuche hingen rum.

 

Als der Sani losfuhr, war über

 

meinem Kopf noch eine Dachluke und da war dauernd das Blaulicht und dann noch die Sirenen. Ich spürte jeden

 

Huppel auf der Straße und ich dachte jedes Mal, das mein Rücken bricht. Und immer wieder fragte ich mich, lebe ich

 

noch, oder bin ich tot.

 

 

Irgendwann, wie ich im Klinikum Nürnberg Nord ankam, kam das ich überlebt hatte und ich wieder Glück hatte.

 

 

 

Na super, das hieß auch wieder kämpfen. Und ich dachte, warum immer ich!

 

 

 

Jedenfalls kam ich auf Bau 14 ins Hochhaus und hatte 4 gesplitterte Lendenwirbel, eine zersplitterte hand, einen

 

 

Wirbelknick und eine Gehirnerschütterung. Ich dachte nur wieder, warum ich. Jetz muß ich mich doch noch 6 Jahre

 

quälen, bis zu meinem Todestag.

 

Nach einem Tag kam meine leibliche Mutter. Ich hatte an der linken Hand einen Gips, weil man die Hand mit Drähte

 

zusammengebaut hatte. Meine Mutter schrieb auf den Gips: „10 Meter waren zu wenig! Deine Mutti“ und sie sagte, ich

 

solle es nicht falsch verstehen.

 

Ich dachte mir nur, nein für dich nicht und so kämpfte ich weiter, bis zum heutigen Tag.

 

 

 

 

 

                                                                            

                                

                                    

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